AD(H)S kontrollieren, anstatt kontrolliert zu werden
Selbstcoaching bedeutet…
…Achtsamkeit
- Sich selbst und die Situation erst einmal genau beobachten
- Hinsehen statt Wegsehen – der eigene Beobachter sein
- Sich selbst reflektieren – was passiert, was fühle ich, was will ich, was tut der andere ?
- Die Mitte finden, statt immer wieder die Extreme zu suchen. Es gibt mehr als schwarz oder weiß. Maßhalten statt süchtig werden
…Impulskontrolle
- Zeit gewinnen für angemessenes sozialverträgliches Verhalten
- Erst einmal selbst Klarheit gewinnen und nicht die eigenen heftigen Gefühle in die Welt schleudern (notfalls eine Auszeit nehmen)
- Im Zweifelsfalle lieber erst einmal schweigen statt impulsiv zu reagieren
- Tagebuch oder einen Blog schreiben
- Gefühle regulieren, d.h. sie wahrnehmen und sich selbst bewusst machen
- Sich immer wieder verdeutlichen, dass man stets die Wahl hat nicht nach seinen Gefühlen zu handeln
- Es geht darum die Gefühle loszulassen ohne sie an anderen abzureagieren – erspart viel Ärger und Konflikte
…Organisation
- Alles Wichtige aufschreiben,
- Terminkalender führen,
- Vorhaben so konkret wie möglich planen.
- Für alles einen bestimmten Ort festlegen
- Möglichst beschriften
- Ordnung halten,
- To-do Listen mit Prioritätsangaben – eines nach dem anderen erledigen (Salamitaktik)
- Das tun auf was man gerade Lust hat – sofort, richtig und vollständig
…Selbstmanagement
- Stressfaktoren vermeiden: Zeitdruck, Überlastung, Hunger, Lärm, Schlafmangel etc.
- Mit sich selbst Termine bzw. Ziele ausmachen
- Sich selbst immer wieder loben und sich belohnen
- Nicht „ich muss…“ und „ich soll…“ – sondern: „es wäre gut für mich, wenn ich das nächste Mal…“ ( sich positiv motivieren)
- Sich selbst Rückfälle verzeihen und daraus lernen
- Schwierige Situationen immer wieder beobachten und analysieren. Das Problemverhalten aufschreiben und Lösungswege schriftlich aufzeichnen.
- Üben, üben, üben….. Vorsätze nicht zu schnell aufgeben, sondern sie aufschreiben und immer wieder darauf zurückkommen.
…Beziehungsmanagement
- Den Partner auch im Auge haben (Mimose mit Holzkeule)
- „Gebrauchsanweisungen“ geben, aber ADHS nicht als Ausrede missbrauchen,
- Verantwortung übernehmen und nicht dem Partner die unangenehmen Aufgaben überlassen
- Wahrnehmen, dass der Partner anders tickt – Partner haben es auch schwer mit den Besonderheiten von ADHS zurecht zu kommen
Das Wildpferd ADHS gut erziehen, d.h. eine gute Selbstkontrolle und eine gute Selbstorganisation anstreben. Dann wird aus dem unerzogenen, wilden und manchmal verträumten Pferd ein wertvoller Wegbegleiter mit vielen guten Eigenschaften….